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Nur echt aus  Blech

In Pfullendorf 18 Monate lang dem Vaterland gedient

Am 1.Oktober 1969 wurde ich zum Wehrdienst in die damalige Generaloberst von Fritsch Kaserne in Pfullendorf (Landkreis Sigmaringen) Baden Württemberg eingezogen. Das war dann für die kommenden 18 Monate meine Heimat.  Es war noch die "Zeit des Kalten Krieges"zwischen der Nato und den Staaten des Warschauer Pakt`s.

Die Grund-Ausbildung dauerte drei Monate. In der Zeit lernten wir den Umgang mit der Schusswaffe, das Verhalten im Ernstfall, bei Angriffen mit Atomwaffen, das Tarnen, das Kämpfen und das Überleben. Sowie den absoluten Gehorsam gegenüber den Vorgesetzten.

In den Monaten April bis Oktober ist das ja alles ganz lustig, aber im Winter auf der rauhen Alb bei 20 Grad minus Winter-Biwak machen, da hört der Spass auf. Wenn du da spät am Abend im winzigen Ein-Mann-Biwakzelt deine nassen Klamotten in den Arm nimmst, damit sie morgens nicht von alleine vor dir stramm stehen, und du deine eisig kalten Füße in die steif gefrorenen Knobelbecher würgst, da sehnst du dich schon nach einem warmen, gemütlichen Zuhause. Aber getreu nach dem Motto "was dich nicht umbringt, macht dich umso härter" trittst du nach dem lauwarmen Nato-Kaffee wieder mit freundlicher Miene zum allmorgendlichen Apell an.

Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (10)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (10)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (16)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (16)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (15)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (15)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (11)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (11)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (19)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (19)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (42)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (42)


Nach der allgemeinen Grundausbildung folgte drei Monate lang die Spezial-Grundausbildung.           Hier wurden die Rekruten, je nach Interessen, Berufen oder mit viel Glück auch nach eigenen Wünschen in neue Gruppen eingeteilt. Auch die Zimmer-Belegungen wurden anders geordnet.            Die Kanonen-Bedienungen, Richtschützen und die Fahrer dazu kamen zusammen. Ebenso die Funker und Beobachter. Und die jenigen, die sich entschlossen hatten die Wehrzeit zu verlängern.

Ich hatte das Glück, den LKW-Führerschein machen zu dürfen. Da ging es morgens mit einem Mannschafts-Transportwagen (MTW) und 5 Fahrschülern auf Strecke, um das fahren mit LKW zu lernen. Die MTW´s waren alle alte 5 tonner Langschnauzer von Mercedes; Magirus oder MAN. Mit denen war dasFahren noch mit richtig Arbeit verbunden. Ohne Servo-Lenkung und mit unsynchronisertem Getrieben. Das heisst, zum runter schalten musste man Zwischengas geben, dann rastet der kleinere Gang weich aber hörbar ein. Aber Spass hat es trotzdem gemacht.Vor allem die Gelände-Fahrten über Stock und Stein oder durch tiefe Wassergräben. 

Nach dem Mittagessen in der Kaserne gab es entweder Fahrschul-Theorie-Unterricht oder Dienst in der Fahrzeughalle. Wartung,Pflege und Reparaturen der Fahrzeuge, sowie die Fahrzeug-Technik zu erlernen. Hinterher ist man dann ein halber Fahrzeug-Mechaniker. Das schadet auch nicht.

Glück für mich deshalb, da der Bundeswehr-Führerschein nach Ende der Dienstzeit in einen Zivilen Führerschein der Klasse 2 umgeschrieben werden konnte. Das kostete damals 11.-DM. Mit diesem Führerschein durfte man damals noch alles ohne Gewichtsbeschränkung, ob Sattelzug oder Hängerzug oder fahrende Arbeitsmaschine fahren. Was ich etwas später dann auch Beruflich ausgiebig nutzte.


Die Geschütze waren Amerikanische, selbstfahrende 175mm Kanonen mit einer Schussweite bis zu  32 km (M107) Mit diesen wurde zwei mal im Jahr auf dem Truppenübungsplatz im Bayerischen Grafenwöhr das Schiessen und Treffen geübt. Damit hätte man quasi aus 32 km Entfernung dem Spieß die Klo-Schüssel unter dem Allerwertesten wegschiessen können. Ja wirklich .

Im Gefechtseinsatz bestand die Besatzung aus 5-7 Mann. Während der Fahrt waren nur der Geschütz- Fahrer und der Kommandant an Bord. Die Mannschaft wurde mit den Mannschafts-Transportwagen (MTW´s) transportiert.

Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (22)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (22)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (23)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (23)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (24)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (24)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (25)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (25)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (26)-1
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (26)-1
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (36)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (36)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (37)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (37)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (38)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (38)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (43)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (43)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (44)
Sept.1969 - März 1981 Pfullendorf (44)


Ausserdem wurde noch ein Faun Allrad-LKW mit Ladekran für den Munitions-Transport benötigt.


Als Beobachtungspanzer im Zielgebiet diente ein wendiger HOTCHKISS Schützenpanzer


Auch ein Kämpfer braucht mal eine Pause zur Stärkung


Nach dem Feld-Einsatz kommt das Waffen reinigen, sowie die Stube und den Spind aufräumen, damit am Freitag nachmittag zum Stuben-Apell alles makellos sauber und nach Din eingeräumt ist. Sonst konnte es passieren, daß auf der Sockelleiste unter dem Stockbett ein Stäubchen vom UVD (Unteroffizier vom Dienst) gefunden wurde. Und dann war nachreinigen und nochmals Abnahme, meist erst am Abend. Wer dann kein eigenes Fahrzeug hatte, der blieb halt dann das Wochenende in der Kaserne.


Wenn wir vom vielen Kämpfen noch nicht zu müde waren, ging es noch 1-2 Stunden in die Kantine gleich gegenüber von unserem Bau. Ich höre noch heute die Lieder, die x mal am Abend aus der Musikbox tönten. Auch ein noch so abgehärteter Soldat träumt bei so einer Musik gerne von der Liebsten daheim.

Christian Anders - Geh' Nicht Vorbei

DU - Peter Maffay

Mendocino - Michael Holm 1969

 

Hier ein paar Fotos von dem Bundeswehrtag 2018 in Pfullendorf. Unser Bau hat sich nicht groß verändert. Auch das Übungsgelände mit der Schotterpiste sieht noch genau so aus wie damals.

Mehrmals in der Woche ging es im Gleichschritt zum Westlichen Kasernentor hinaus in`s Übungsgelände (die beiden unteren Fotos) zum "kämpfen" Kaum den Bau verlassen, kam das Komando " Rührt Euch, ein Lied -2 -3 -4. Je lauter, desto besser. Was da für Gesangs-Talente dabei waren! Die würden manche heutigen Schlagersänger / * Schlagersängerin m/w/d usw. alt aussehen lassen.

Manche der vor Fünfzig Jahren sorglos und mit Freude gesungenen Lieder dürfen heute leider nicht mehr gesungen werden ( wegen Diskriminierung, Verherrlichung usS )

Früher sang ich, wenn ich das Glück hatte, nachhause zu kommen, in der Badewanne das gesamte Repertoire von Soldaten-und Heimatliedern. Wenn ich Diese Lieder heute alle singen würde, wäre vermutlich in kurzer Zeit das ganze Viertel vom SEK abgeriegelt. 

Wenn man bedenkt, wieviel alleine Diskriminierungs-Potential in alten Deutschen Soldaten-und Volksliedern steckt. Um das alles auszudiskutieren, müsste der Bundestag dringend aufgestockt werden. Das "Dschingdarassa Bumdarassasa" ist wenigstens "Geschlechter neutral. Aber eine "Schwarz-Braune Haselnuss" geht heuzutage einfach nicht mehr. Basta!!

Es muss doch möglich sein, eine neutrale Haselnuss, z.B. Pink oder Rosa-farbig zu züchten. Das Thema sollte, möglichst noch vor dem Klimawandel, auf die Agenda kommen. Das hat Allerhöchste Priorität. Es gibt doch sicherlich Experten, Beratungsfirmen, innovative Botaniker, die dazu in der Lage sind.

Ja, und Heino singt dann eben statt von der "Schwarzbraunen" von der "Rosaroten Haselnuss". Hat da jemand ein Problem damit?? Sollen die Leute*/innen halt am Sonntag auf den Marktplätzen Heino-Fahnen schwenken und Haselnüsse um sich werfen. Freitag geht ja nicht, da ist schon Greta-Tag. Samstag ist Markt-Tag. Aber Sonntag nach der Kirche oder dem Frühschoppen, da kommt dann auch Stimmung auf. Da wäre ich jeden Sonntag dabei. Ich liebe die Lieder von Heino, Ronny und Freddy.

Dürfen die Soldaten heute grundsätzlich noch singen? Und was? "Atemlos durch die Nacht" könnte gehen, aber nicht "frühmorgens,wenn die Hähne krähen". Das passt nur abends - aber nur bis max. 22:00 Uhr. Ja, vielleicht: "Die Vogelhochzeit" von Hoffmann von Fallersleben ? Ich sehe mit "Fidirallala Fidirallala Fidirallala - Lala keine Verletzungen der Menschenwürde. Und der, die oder das  dürfte den Vögeln so was von Piep-egal sein.

Und schliesslich war Hoffmann von Fallersleben ein halbwegs Guter Deutscher. Ihm haben wir ja das "Deutschlandlied" zu verdanken, dessen 3.Strophe immerhin zu unserer heutigen National-Hymne gesungen werden darf.


Hier gibt es die interressante Gechichte der Garnisonsstadt Pfullendorf

https://www.pfullendorf.de/stadt/aktuelles-stadtinfo/bundeswehr/?audible=1

Es vergingen von der Einberufung im Oktober bis zu unserem ersten Treffen im August 2018 in Breisach am Rhein fast 50 Jahre. Dieses Treffen der ehemaligen der 2.FAB 101 in Pfullendorf wird jetzt jährlich veranstaltet. Meistens Ende August an wechselnden Orten. Es ist jedes Mal ein sehr schönes Wiedersehen.

Hier, leider nur ein Foto, vom Treffen 2018 in Breisach. Ich würde mich über die Überlassung weiterer Fotos sehr freuen.


Hier Fotos vom 2. Treffen 2019 im Urig-gemütlichen Winkelhof in Inzigkofen. 

Zwischen deftigem Spanferkel-Essen aus dem Holzbackofen und Nachmittags-Kaffee mit leckerem, selbstgebackenen Kuchen ging es auf eine Wanderung auf dem Kloster-Felsenweg  im Wunderschönen Naturpark oberes Donautal.



 

12.09.2019 Inzigkofen (12)
12.09.2019 Inzigkofen (12)
12.09.2019 Inzigkofen (15)
12.09.2019 Inzigkofen (15)
12.09.2019 Inzigkofen (22)
12.09.2019 Inzigkofen (22)
12.09.2019 Inzigkofen (24)
12.09.2019 Inzigkofen (24)
12.09.2019 Inzigkofen (17)
12.09.2019 Inzigkofen (17)
12.09.2019 Inzigkofen (20)
12.09.2019 Inzigkofen (20)
12.09.2019 Inzigkofen (25)
12.09.2019 Inzigkofen (25)
12.09.2019 Inzigkofen (26)
12.09.2019 Inzigkofen (26)
12.09.2019 Inzigkofen (4)
12.09.2019 Inzigkofen (4)
12.09.2019 Inzigkofen (43)
12.09.2019 Inzigkofen (43)
12.09.2019 Inzigkofen (8)
12.09.2019 Inzigkofen (8)
12.09.2019 Inzigkofen (60)
12.09.2019 Inzigkofen (60)
12.09.2019 Inzigkofen (59)
12.09.2019 Inzigkofen (59)
12.09.2019 Inzigkofen (56)
12.09.2019 Inzigkofen (56)

 

Das Treffen 2020 fiel wegen Corona leider aus.

Hier ein paar Fotos vom Treffen 2021 im Hotel Rheinblick in Breisach am Rhein von unserem Kameraden Walter Morath und seiner Ehefrau. Es war ein sehr schönes Wochenende, leider im etwas kleineren Kreis, da sich einige Kameraden im Urlaub befanden. Die Heimfahrt ging, mit einem Abstecher im Wunderschönen Burkheim durch den Kaierstuhl und Freiburg auf die Autobahn A81 zurück Richtung Reutlingen. Das nächste Treffen ist an gleichem Ort von Freitag 26.Aug. bis Sonntag 28.Aug.2022 vorgesehen.


Liebe Kameraden, und Eure Ehefrauen - bleibt alle - oder werdet gesund. Passt auf Euch auf, damit wir uns im nächsten Jahr alle in Fröhlicher Runde wieder sehen.

Euer alter Kamerad Rainer Samulski (Sammy)